Die Zukunft des SAZ als unverzichtbare Ausbildungsstätte der Berufsbildung sichern

Die Zukunft des SAZ als unverzichtbare Ausbildungsstätte der Berufsbildung sichern

Votum von Kantonsrat Daniel Sommer

Man muss sich meistens nicht viel Mühe geben um Gründe zu finden, warum man etwas ablehnt. Wir kennen das bestens aus Abstimmungen. ‘Unsinnig’ und ‘teuer ‘ sind dann bei Gegnern die beliebtesten Argumente.

Bei der regierungsrätlichen Stellungnahme zu diesem Postulat sind es zwar andere Worte, aber in der Wirkung ebenso wenig hilfreich.

Dass es eine Ungleichbehandlung mit anderen Lehrbetrieben geben kann stellt niemand in Abrede. Aber das SAZ hat auch bei den Startbedingungen nicht die gleich langen Spiesse.

Denn wer mit 40 Lernenden und nur wenigen ausgebildeten Berufsfachleuten einen Betrieb nach privatwirtschaftlichen Kriterien rentabel betreiben soll, muss über Zauberkräfte verfügen oder eine Konkurrenz, die im Tiefschlaf versunken ist.

Somit hinkt auch der Vergleich mit Lehrbetriebsverbünden wie zum Beispiel dem «Schreinermacher». Denn auch hier ist die Ausgangslage eine andere, weil dieser Verbund über starke Sponsoren und Gönner verfügt und zudem von Schreiner-Dachverbänden massgeblich unterstützt wird.

Abgesehen davon tragen bei Lehrbetriebsverbünden das unternehmerische Risiko im Wesentlichen immer noch die Mitgliedsbetriebe. Beim SAZ fehlt eben genau dieses Back-up.

In der vergangenen Budgetverhandlungen haben wir unsere Klingen darüber gekreuzt, wie wir 20 Milliarden Franken für wichtige Aufgaben verteilen wollen, zu denen wir uns verpflichtet haben. In diesem Topf befinden sich zu Recht auch beträchtliche Mittel für unseren wichtigsten Rohstoff, nämlich die Bildung, wozu auch die Berufslehre gehört. Sie stellt einen der Grundpfeiler für die Fachkräftesicherung dar. Lehrlinge zu Fachleuten zu machen ist in erster Linie ein Ausbildungsauftrag.

Es mag sein, dass eine gesetzliche Grundlage für eine finanzielle Unterstützung des SAZ fehlt. Aber mit der Weigerung, das SAZ finanziell zu unterstützen, fehlt auch das klare Bekenntnis zum Erfolgsrezept „Berufslehre“, das wir so gerne beschwören und stolz ausländischen Delegationen vorzeigen.

Wir erwarten nicht, dass der Regierungsrat ohne geklärte Grundlage jedes Jahr irgendwelche Mittel spricht. Aber wir erwarten, dass er Vorschläge macht, wie eine solche Grundlage aussehen könnte bzw. aussehen müsste – und dass er dies unter engstem Einbezug der Branche tut, die ebenfalls in der Pflicht ist. Wir müssen heute anerkennen, dass die Entlassung der damaligen LWZ in die Unabhängigkeit ein Fehler war, der irreversible Schäden verursacht hat.

Dass das SAZ seinerseits seine Konzepte überprüfen und anpassen muss, ist nachvollziehbar und wurde erkannt.

Alle vier Jahre sprechen wir viele Millionen für die Standortförderung. Firmen sollen angesiedelt werden damit neue Arbeitsplätze entstehen. Es ist ein Schildbürgerstreich, wenn wir im Gegenzug einen seit Jahrzehnten hier angesiedelten Betrieb verserbeln lassen. Mit der Unterstützung des SAZ erreichen wir mit vergleichsweise wenig Geld einen maximalen Effekt.

Das SAZ braucht eine gesicherte Zukunft und Unterstützung, damit jungen Menschen weiterhin eine wertvolle Ausbildungsstätte offensteht.

Die EVP wird dieses Postulat überweisen.