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Wohnungsnot: Drei falsche Rezepte
Die EVP setzt auf mehr Angebot statt neue Eingriffe
Im Kanton Zürich fehlt Wohnraum – und die Preise steigen weiter. Drei Vorlagen wollen gegensteuern. Brauchbar ist nur der Gegenvorschlag zur Wohnungsinitiative. Entscheidend ist nicht mehr Staat, sondern dass schneller, dichter und gezielter gebaut wird.
Nein zur Wohneigentums-Initiative
Die Initiative verlangt, dass bei staatlich geförderten Wohnbauprojekten gleich viele Eigentums- wie Mietwohnungen entstehen. Das ist nicht zielführend. Profitieren würden einzelne Käufer, ohne dass der günstige Wohnraum dauerhaft gesichert bleibt. Vielmehr würden die dringend benötigten Mietwohnungen fehlen. Die Initiative schafft keinen zusätzlichen Wohnraum und setzt die falschen Anreize.
Die EVP lehnt die Initiative klar ab.
Nein zur Wohnungsinitiative
Ja zum Gegenvorschlag
Die Wohnungsinitiative will, dass der Kanton selbst Wohnungen baut und vermietet und dafür eine kantonale Anstalt schafft. Der Staat würde so in direkte Konkurrenz zu privaten und gemeinnützigen Akteuren treten. Das birgt Risiken: steigende Kosten, mehr Bürokratie und weniger private Investitionen. Fraglich ist zudem, ob der Staat schneller und effizienter bauen kann als bestehende Akteure.
Der Gegenvorschlag setzt stattdessen auf bessere Rahmenbedingungen: einfachere Verfahren, weniger Vorschriften und Förderung der Verdichtung. Der Kanton muss innert drei Jahren konkrete Massnahmen vorlegen. Mehr Wohnraum entsteht nicht durch mehr Regulierung, sondern durch bessere Bedingungen für alle, die bauen wollen.
Die EVP lehnt die Wohnungsinitiative ab und unterstützt nur den Gegenvorschlag.
Nein zu Wohnschutz-Initiative
und Nein zum Gegenvorschlag
Die Wohnschutzinitiative will Gemeinden ermöglichen, Leerkündigungen zu stoppen und nach Umbauten oder Neubauten die Mieten zu begrenzen und Umwandlungen in Eigentum einzuschränken. Ziel ist der Schutz bezahlbaren Wohnraums. Doch Erfahrungen aus anderen Städten zeigen: Solche Eingriffe bremsen Investitionen, verzögern Sanierungen und verhindern Projekte. Langfristig entsteht weniger Wohnraum, Gebäude veralten und energetische Sanierungen werden unattraktiver.
Der Gegenvorschlag setzt auf Informationspflichten und Unterstützung bei Leerkündigungen. Viele dieser Massnahmen entsprechen jedoch bereits heute gängiger Praxis seriöser Vermieter. Dafür entsteht zusätzlicher administrativer Aufwand, ohne das Kernproblem zu lösen.
Die EVP lehnt sowohl die Initiative als auch den Gegenvorschlag ab. Beide bekämpfen Symptome, nicht die Ursachen.
Wie weiter?
Die zentrale Herausforderung bleibt: Es wird zu wenig gebaut. Solange die Nachfrage stärker wächst als das Angebot, steigen die Preise. Deshalb braucht es vor allem eines: mehr Wohnungen – es muss schneller, dichter und mit weniger Hürden gebaut werden, kombiniert mit einem gezielten Anteil an preisgünstigem Wohnraum. Gleichzeitig müssen wir die Sorgen in der Bevölkerung ernst nehmen. Wachstum darf nicht einfach passieren, sondern muss gestaltet werden – mit Rücksicht auf bestehende Quartiere, Infrastruktur und Lebensqualität. Ein ausgewogenes Wachstum verbindet wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt und hält den Kanton Zürich langfristig lebenswert.